Newsletter 02/2015

Dieser Artikel wurde von ROLLENLAND Team am 26.02.2015 erstellt

Kunstschnee

Wie der Einsatz von Kunstschnee der Umwelt schadet

In den letzten Jahren haben viele tiefer gelegene Skigebiete mit Schneemangel zu kämpfen. Damit die Skifahrer trotzdem auf Ihre Kosten kommen, greifen immer mehr Liftbetreiber auf Kunstschnee zurück.

Dadurch wird in den bayrischen Skigebieten immer mehr Kapital in die Anlage von Speicherseen und die Installation von Schneekanonen investiert. Erstere sind notwendig um den enormen Wasserverbrauch zur Erzeugung des Kunstschnees zu bewerkstelligen.

Allein im Skigebiet Brauneck bei Lenggries sind in den letzten Jahren 3.5 Millionen EUR investiert worden. Dabei wurde ein Speichersee mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Kubikmeter Wasser angelegt.

Im gesamten Alpenraum wird mittlerweile eine Fläche von ca. 500 Km2 beschneit, dies entspricht der Wasserfläche des Bodensees.

Der bei der Beschneiung anfallende Wasserverbrauch ist größer als der Jahresverbrauch der Stadt München, einer Stadt mit fast 1,5 Mio. Einwohnern.

Der Stromverbrauch entspricht dabei immer noch dem Jahresverbrauch von Nürnberg (fast 500.000 Einwohner). Dies ist ein hoher energetischer Preis für den Rückkauf des Winters.

Im Schnitt fallen Kosten von 3 bis 5 EUR pro Kubikmeter Kunstschnee an. Im Gegensatz zu früher, als man nur Pistenabschnitte zusätzlich zum natürlichen Schnee beschneite und dies meist über Nacht geschah, laufen die Schneekanonen heute oft rund um die Uhr. Dies führt dazu, dass sich der Betrieb durch den erhöhten Spitzenstromsatz noch zusätzlich verteuert.

Damit die Schneekanonen nicht einfrieren, werden sie elektrisch beheizt, und da das Wasser aus den Speicherseen oft zu warm zur Kunstschneeerzeugung ist, muss dieses wiederum aufwendig gekühlt werden. Alles in allem ein riesiger energetischer Aufwand, bei dem man sich wirklich die Sinnfrage stellen muss.

Neben dem extrem hohen energetischen Aufwand müssen die Oberflächen der zu beschneienden Pisten planiert werden, da jede Unebenheit einen erhöhten Bedarf an Kunstschnee mit sich bringt. Dies führt wiederum zu einem beschleunigten Ablauf von Oberflächenwasser, was die Gefahr von Murenabgängen erhöht.

Am Ende wird der Klimawandel zu einer beständigen Kostensteigerung bei der Kunstschneeerzeugung führen, was irgendwann die Unwirtschaftlichkeit zur Folge hat.

Es ist also am Ende an uns allen zu entscheiden, ob wir solch einen Aufwand für förderlich halten oder uns lieber nach alternativen Wintersportkonzepten umschauen sollten.


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ROLLENLAND News Februar 2015

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