Klimakiller wird Hoffnungsträger

Dieser Artikel wurde von ROLLENLAND Team am 02.11.2013 erstellt

Aller Anschein nach macht sich das Gas Kohlendioxid nach und nach immer nützlicher,  aber noch kostet seine Umwandlung in Treibstoff oder Plastik meist  viel zu viel Energie.


Der Chemiekonzern BASF stellte letztes Jahr mit Siemens einen neuen Staubsauger vor, dieser war auf den ersten Blick nicht gerade eine Innovation. Nur die kleine Aufschrift „green Power“ auf dem Staubsauger lies vermuten, dass dort kein gewöhnlicher Staubsauger stand.  Es war nicht der Motor an dem Gerät, welche unglaublich sparsam ist, sondern die Kunststoffhülle, die den Staubsauger umgibt.  Dieser wurde von BASF auf Basis von Kohlenstoffdioxid hergestellt, welches als Abfallprodukt aus den Schloten der Industrieanlagen und diversen in anderen Abgasen enthalten ist.

BASF ist in der Lage aus einer Tonne Klimagas zwei Tonnen des sog. Polypropylencarbonat herzustellen. Laut Anna Katharina Brym Projektmanagerin könnte man den Rohstoffen  Kohlendioxid aus Kraftwerken, Zementfabriken oder ihren eigenen Chemieanlagen nutzen.

Wie jeder  weiß ist das CO₂ zu einem der größten Probleme der Menschheit geworden. Wie ein Schleier zieht es sich um den gesamten Erdball, zusammen mit anderen Treibhausgasen, und sorgt dafür, dass die Temperaturen stetig, aber langsam steigen. Die Polkappen fangen an zu schmelzen, Süßwasservorräte schwinden langsam und  Afrika drohen Dürren so warnt der Weltklimarat. Die Wahrungen sind meist die gleichen, man muss den Ausstoß des Kohlendioxids senken. Doch es passiert genau das Gegenteil, die Emissionen steigen immer weiter an: 2012 waren es 35,6 Milliarden Tonnen.

Eine neue Idee hat der Chemiekonzern Bayer, die Chemikerin Martina Peters meint  „Kohlendioxid könnte Erdöl als Rohstoff ersetzen“.  Auf das unanfechtbare Vorbild , die Natur, berufen sich die Nobelpreisträger George Olah und Josef Stiglitz und preisen Kohlendioxid als  „Kraftstoff der Chemieindustrie“ an.  Allein in Europas Wälder wandelt die Natur jährlich 1,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in lebendiges Grün.

Auch das Bundesforschungsministerium schwärmt inzwischen von der Verwandlung eines „Aschenputtels“ in eine „Prinzessin“ und fördert das CO₂-Recycling bis 2015 in Dutzenden Projekten mit 100 Millionen Euro.

Rohstoffe für das alltägliche Leben wie z.B. Nagellack oder Kunstdünger, sowie Kraftstoff für Autos haben einige Unternehmen bereits angefangen mit dem Klimagas herzustellen.  So ließe sich laut eines Expertengremium der EU, ein Zehntel des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids sinnvoll verwenden. Auch das Bundesforschungsministerium schwärmt inzwischen von der Verwandlung vom  „hässliches Entlein“ in einen „Schwan“ und fördert das CO₂-Recycling bis 2015 in Dutzenden Projekten mit 100 Millionen Euro.

Fragen kann man sich allerdings warum die Industrie nicht früher drauf gekommen sei. Es gibt bei der ganzen Sache leider einen Haken. „ Kohlendioxid ist energiearm und träge“, sagt Walter Leitner, Chemiker von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH). Somit müsse man gewissermaßen das Kohlendioxid zu einer gewaltsamen Reaktion zwingen oder es wird eine große Menge Energie benötigt. Beides würde aber wiederum die Energie- und Klimabilanz verschlechtern. Um das Problem zu unterbinden, dass bei der Kohlendioxid-Recycling mehr Kohlendioxid freigesetzt wird als es bindet, muss ein Katalysator eingesetzt werden. „Ohne Kat kann man aus dem Klimagas kaum ein sinnvolles Produkt machen“, so Leitner.

Bislang scheiterten die meisten Recyclingideen daran, dass kein Katalysator vorhanden war. Der Durchbruch gelang Bayer 2010: Eine Substanz auf der Basis von Zink aktiviert das Kohlendioxid und verwandelt es zusammen mit anderen Zutaten in Polyurethan. Bisher wurde dieser Schaumstoff für Matratzen, Dämmmatten und Sofafüllungen immer aus Erdöl hergestellt, weltweit werden davon 13 Millionen Tonnen jährlich produziert. Das von Bayer hergestellte Polyurethan, besteh zu einem fünftel aus Kohlendioxid. „Es ist der fossilen Variante mindestens ebenbürtig, sogar etwas fester und besser in den Eigenschaften“, sagt Bayer-Projektleiter Christoph Gürtler.

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